2004 – ProTon Sessions

ProTon Sessions (2004)

Nachdem ein Konzert von Ole und mir kurzfristig abgesagt werden mußte, nahmen wir die entsprechenden Songs so auf, wie wir sie bei dem Konzert gespielt hätten. Das Ergebnis heißt ProTon Sessions und kann bei uns für 5 € (zzgl. Porto und Verpackung) per E-Mail bestellt werden.

Die Entstehung

Hier ist sie nun also endlich: Martins und Oles erste gemeinsame Veröffentlichung in Albumformat seit sieben Jahren.

Doch was heißt Veröffentlichung, wenn keine Plattenfirma oder Vertrieb im Hintergrund stehen? Es heißt für uns, dass wir Euch als Hörern eine repräsentative Sammlung von Songs der letzten Jahre zugänglich machen und uns damit Eurer Kritik aussetzen wollen.

Gerade für Martin, der seit 1999 und dem langsamen Ende der rubberthongs unter dem Projektnamen radix fungiert, ist das ein großer Schritt, sind es doch mittlerweile fünf Jahre, in denen die Aufnahmen zu seinem ersten Solo-Album eben diesen Schritt der Veröffentlichungswürdigkeit (aus Sicht des Produzenten) noch nicht erreichen konnten. Diese „Sessions“ sind für Martin damit auch ein Schritt der künstlerischen Selbstfindung und ein Tritt heraus aus der Abgeschlossenheit der einsamen Soloarbeit.

Für Ole hingegen, der als Raum 16 bereits die drei Alben (Klammer auf, Hut ab und Outtakes in die Welt gesetzt hat, bedeuten die ProTon Sessions eine weitere Herausforderung in Richtung Komposition und Umsetzung. Gestartet vor drei Jahren mit der Kenntnis von drei Gitarrenakkorden und dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Gesangswilligkeit versucht er, mit seinen Liedern textlich und musikalisch einer nicht näher definierbaren Idealform mit jeder Veröffentlichung näher zu kommen. Er ist der Meinung, dass es voran geht.

Es liegt in der Natur eines solchen Projektes wie den vorliegenden ProTon Sessions, dass zwar die hier versammelten Aufnahmen recht zeitgleich aufgenommen, die Texte und Kompositionen hingegen höchst heterogen entworfen wurden.

Mit Leben wie in Absalon, Abgesang, Sturmstadt und Geisterstadt finden sich vier ältere Lieder von Martin, die textlich um das für Ole zentrale Thema der Heimatsuche und Bodenhaftung kreisen. Für uns reflektieren sie damit einen Teil unserer spannenden (Lebens-)Wege von Hamburg nach Beijing nach Freiburg nach Köln (Martin), beziehungsweise Hamburg nach Heidelberg nach Kopenhagen nach Köln (Ole). Dass sich der Texter von zahlreichen der getroffenen Aussagen heutzutage distanzieren muss, liegt an dem Alter einiger der Texte und der Naivität des damaligen Schreiber-Subjekts…

Besonders gilt dies für den ästhetischen Wert von Gold. Entstanden in der Endzeit der rubberthongs voller Betroffenheit und als Lied über das Abschiednehmen findet es hier fünf Jahre nach Martins Komposition seine erste Aufnahme und rechtfertigt damit nach unserer Überzeugung die Existenz auf diesem Album.

Unwichtig und Tag ohne Anna sind Songs, die für Oles Alben (Klammer auf und Hut ab geschrieben und hier neu arrangiert wurden.

An der Zeit, Nordlicht und Scheit entstanden sowohl textlich als auch musikalisch im Rahmen der ProTon Sessions und sind für uns ein besonders erfreuliches Erlebnis und Ergebnis dieses Jahres.

Wann kommst du vorbei wurde aufgenommen als Beitrag für ein Auftrittsgewinnspiel der Hamburger Plattenfirma „Tapete Records“. Trotz des Nicht-Erfolges gefällt uns die getätigte Aufnahme so ausnehmend gut, dass sie auf dieser CD als Bonus nicht fehlen sollte. Queen of Spain wurde von Ole als Geburtstagslied für eine spanische Freundin geschrieben; eigentlich gedacht als anrüchiger, lustiger sexy Rocker. Sobald Martin am Piano mitspielte, wurde jedoch eine ruhige Ballade daraus. Auch dieser Song entstand nicht im Rahmen der ProTon Sessions, schien uns jedoch als Ausschnitt des Weges dorthin ausreichend repräsentativ, dass wir ihn hier ebenfalls präsentieren wollen.

Allem voran steht mit dem Klaus Lage Cover Fang neu an ein programmatisches Vorspiel. Das von Martin programmierte und gebastelte Intro schlägt in Form von Samples ein paar Akkorde an, die uns beide charakterisieren. Wer uns kennt, wird die Ausschnitte leicht zuordnen können.

Drei ProTon Sessions Ende November und Anfang Dezember 2004 wurden es insgesamt, während derer die vorliegenden Songs aufgenommen wurden. Mal in einem Take, mal in zwanzig, alle in Martins Zimmer mit der Nummer 16 in Köln. Der Gesang und die Instrumentierung wurden simultan und damit in unserer Terminologie live aufgenommen, Martins Mischungen im Anschluss verzichteten bewusst auf größere Schnörkel und Effekte.

Versammelt als radix versus Raum 16 und mit der – dieser Bezeichnung eingeschriebenen – Antithetik unserer musikalischen Eckdaten sind die ProTon Sessions für uns nicht nur ein teils humorvoller, teils melancholischer Rückblick auf die alten Zeiten in der Sturmstadt Hamburg, sondern auch ein weiterer Schritt zu neuen Herausforderungen in unserer Wahlheimat Köln. Hier und nur hier war es wahrlich an der Zeit, ein gemeinsames Album zu produzieren.

An dieser Stelle sei daher von uns beiden allen gedankt, die sich die Mühe und Ruhe nehmen, sich mit diesen unseren neuesten Produktionen auseinander zu setzen.

Martin Zuther und Ole Löding