Puzzlesteinmädchen (Du bist mein)

Text: Ole Löding (Hermann Hesse) · Musik: Ole Löding

Du schaust mich an
Durch das Bild aus Stücken,
Verführerisch schüchtern
Und zerteilt durch Lücken.

Du kannst nicht sehen,
Dazu fehlen Dir Teile.
Du willst nicht verstehen,
Nur ich kann Dich heilen.

Dein Mund ist so voll
Und absolut ständig,
Ich kenne dieses Lachen
Von vorne und inwändig.

Deine Brüste so weich,
Erstrecken sich vierfach.
Ich halte sie fest und
Ich drücke sie flach.

Denn Du bist mein, mein
Puzzlesteinmädchen.
Du bist mein, und mit jedem Stein
Wirst Du mir näher sein, Puzzlesteinmädchen.

Noch fehlen die Hände
Und hier und da
Ein Stückchen vom Schenkel,
Ein bisschen vom Haar.

Ich spüre genau,
Ich, nur ich bin der Part.
Bin Hüfte, bin Schoß,
Ich bin Dir so nah.

Oder dort, rechts oben,
Lächle ich Dich an,
Als Teil des Busches
Am äußersten Rand.

Oder hier, bedrängt
In der vordersten Reihe,
Bin ich als Eckstück
An Deiner Seite.

Die ewig Unentwegten und Naiven
Ertragen freilich unsere Zweifel nicht.
Flach sei die Welt, erklären sie uns schlicht,
Und Faselei die Sage von den Tiefen.

Denn sollte es wirklich andere Dimensionen
Als die zwei guten, altvertrauten geben,
Wie könnte da ein Mensch noch sicher wohnen?
Wie könnte da ein Mensch noch sorglos leben?

Denn sind die Unentwegten wirklich ehrlich,
Und ist das Tiefensehen so gefährlich,
Dann ist die dritte Dimension -
Entbehrlich.

Denn Du bist mein, mein
Puzzlesteinmädchen.
Du bist mein, mein
Puzzlesteinmädchen.

Doch dann, immer dann,
Wenn Du nicht mehr gefällst,
Zerreiß ich und schmeiß ich
Dich an meine Wand.

Und drück Dich und pflück Dich
Und fange neu an,
Denn ich weiß, dass Du
Mir nicht entkommen kannst.